Die Studiengruppe befaßt sich schwerpunktmäßig mit den Westwallanlagen im Raum Merzig.
Es sind bereits zwei Anlagen in der Obhut der Studiengruppe, die begehbar gemacht werden und dem interessierten Publikum gezeigt werden können.
Bei den beiden Anlagen handelt es sich um die 6-Schartenturm-Sonderkonstruktion in A-Baustärke in Bietzen sowie eine Regelbau 10 a in Baustärke B-neu.
 

Regelbau 10 a in B neu in Bietzen - Bauwerksnummer 492

Auf Befehl Hitlers wurde 1938 das LIMES-Programm aufgelegt. Während des Programms sollten an die 12000 Stände gebaut werden. Im Rahmen dieses Programms wurden eine Reihe von neuen Regelbautypen entworfen, weil die vorhandenen zu aufwendig waren, um sie in kurzer Zeit in einer großen Anzahl zu bauen. Hinzu kam auch noch der Mangel an Panzerbauteilen. Die neuen Regelbauten erhielten 1,50m als Stärke der Decke und Außenwände. In späteren Versionen wurde die Regelbauten in der Stärke B neu gebaut. Hier waren die Wände und Decken 2 m dick.
Der Regelbau 10 a ist der Nachfolger des Regelbau 10. Der Kampfraum wurde vergrößert: Es sind nun zwei Scharten vorhanden für Maschinengewehre. Leider hat man die Panzerung der Scharten nicht geändert. Dies führte im Verlauf des Krieges dazu, dass die Kampfräume des Regelbau 10 a nicht mehr genutzt werden konnten, weil sie der Munition der Angreifer nicht mehr Stand hielten und keinen Schutz mehr boten. In unserem 10a kann man sich von der Schwäche der Scharten überzeugen. Die eine Scharte hat einen Durchschuss, der auch noch im inneren des Kampfraumes Schaden anrichtete.
Zwischen dem Kampfraum und dem Bereitschaftsraum besteht keine direkte Verbindung. Es ist lediglich zur Kommunikation ein Sprachrohr vorhanden. Die beiden Eingänge des Bereitschaftsraumes wurden in das Innere verlegt. Der dadurch entstandene 1,90 m Hohe Flur wird durch Gewehrscharten gesichert.
Der Regelbau 10a besitzt im Gegensatz zum Regelbau 10 keinen Notausgang. Als Heizung dient in dem Bunker ein Ofen WT 80, der im Bereitschaftsraum stand. Als Lüftung ist je nach Anforderung ein oder zwei Lüfter der Bauart HES 1,2 im Bereitschaftsraum vorgesehen. Der Kampfraum besitzt keinen eigenen Lüfter.
In den jüngeren in B neu gebauten Anlagen wurde im Kampfraum eine Öffnung für ein Sehrorhr vorgesehen. Wegen Materialmangel wurden diese aber nie eingebaut.
 

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Die Bilder zeigen den Eingang und die Gasschleuse kurz nach dem Öffnen des Bunker